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Glossar

Dataset-JSON ist ein CDISC-Datenaustauschformat für tabellarische Daten auf Basis von JSON. Es ist für unterschiedliche Austauschfälle konzipiert, darunter regulatorische Einreichungen und die Übermittlung über Programmierschnittstellen. Dataset-JSON überträgt Datenreihen und Spalten in einem technischen Format; die weitergehende fachliche Beschreibung des Datenbestands kann über einen Verweis auf Define-XML erfolgen.

Tabellenwerte in einer JSON-Struktur

JSON ist ein weit verbreitetes Datenformat, das sich gut für automatisierte Schnittstellen eignet. Dataset-JSON überträgt tabellarische Studiendaten nicht als klassische SAS-Transportdatei, sondern als strukturierte JSON-Repräsentation. Damit kann ein System Daten abrufen oder bereitstellen, ohne dass die Übertragung an einen bestimmten Statistikclient oder eine bestimmte Desktop-Anwendung gebunden ist.

Das Format entscheidet jedoch nicht, welche Studienvariablen erhoben oder wie sie fachlich abgeleitet werden. Es enthält einen technischen Rahmen für Werte und Tabellen. Begriffe, Labels, kontrollierte Terminologie und Ableitungslogik benötigen eine zusätzliche Metadatenebene, wenn ein Empfänger die Daten nicht bereits aus einer gemeinsamen Spezifikation kennt. Genau an dieser Stelle kann Dataset-JSON optional auf ein Define-XML mit umfangreicheren Metadaten verweisen.

Einsatz für Schnittstellen und Einreichungen

CDISC nennt regulatorische Einreichungen und API-basierten Datenaustausch als vorgesehene Nutzungsszenarien. Im API-Fall können Anwendungen tabellarische Daten automatisiert austauschen, etwa zwischen einer Datenplattform und einem Review- oder Analysewerkzeug. Für die Einreichung bleibt zusätzlich maßgeblich, welche Formate und Versionen die zuständige Behörde zum konkreten Zeitpunkt unterstützt oder verlangt.

Die CDISC-Standardseite führt Dataset-JSON v1.1 sowie die Daten 5. Dezember 2024 und 23. August 2023 auf. Für eine Einreichungsstrategie genügt diese Veröffentlichungsinformation nicht: Der FDA Data Standards Catalog unterscheidet zwischen unterstützten Versionen und Versionen, für die ein Anwendungsbeginn als Anforderung festgelegt wurde. Der technische Vorteil von JSON ersetzt somit keine regulatorische Formatprüfung.

Abgrenzung zu Define-XML und ODM

Dataset-JSON ist ein Austauschformat und kein Metadatenstandard. Define-XML erläutert dagegen, was ein eingereichter Datenbestand enthält: Datensätze, Variablen, Terminologien und gegebenenfalls Ableitungen. Der optionale Verweis von Dataset-JSON auf Define-XML zeigt die Ergänzung beider Artefakte, hebt ihre unterschiedlichen Aufgaben aber nicht auf.

Operational Data Model bildet einen breiteren Rahmen für Austausch und Archivierung klinischer Forschungsdaten samt Metadaten, administrativen Daten, Referenzdaten und Audit-Informationen. Obwohl ODM v2.0 auch JSON-Serialisierung zulässt, ist Dataset-JSON ein gezielt auf tabellarische Daten ausgerichtetes Format. Ein Projekt sollte deshalb nicht allein „JSON“ als Anforderung notieren, sondern das konkrete CDISC-Artefakt und seinen Verwendungszweck benennen.

Die Wahl von Dataset-JSON kann sich auch auf Validierungswerkzeuge und Empfängersysteme auswirken. Ein Prüfschritt muss nicht nur syntaktisch feststellen, ob gültiges JSON vorliegt, sondern auch prüfen, ob die Tabelle, die Reihenfolge und die Datenwerte dem vereinbarten Standard entsprechen. Werden Datumswerte, fehlende Werte oder numerische Präzision unterschiedlich interpretiert, können beim Import Abweichungen entstehen, die im Quellsystem nicht sichtbar waren. Solche Fälle gehören in Testdaten und Abnahmekriterien.

Für ein kontrolliertes Datenpaket sollte ferner klar sein, welche Dateien zusammengehören. Dataset-JSON ohne zugehörige Metadatenreferenz, Reviewer Guide oder Versionsangabe kann technisch austauschbar sein, aber den Review erschweren. Die Paketstruktur muss deshalb den Empfänger in die Lage versetzen, Tabellenwerte, Standardversion und erklärende Metadaten konsistent zusammenzuführen. Das gilt unabhängig davon, ob der Austausch über eine API oder als Einreichungsbestand erfolgt.

Für jede Übergabe muss deshalb dokumentiert sein, welche Datei als maßgebliche Lieferung gilt und welche technische sowie fachliche Prüfung vor der Freigabe durchgeführt wurde.

Dadurch bleibt der Freigabestatus des Pakets nachvollziehbar.

Bedeutung für klinische Studien

Dataset-JSON wird relevant, wenn standardisierte SDTM- oder ADaM-Tabellen zwischen Anwendungen oder an eine Behörde übergeben werden sollen. Vor der Nutzung müssen Datensatznamen, Datentypen, Zeichensätze, Metadatenreferenzen und die erwartete Version im Datenaustauschplan abgestimmt sein. Ein technisch lesbares JSON-Paket kann sonst dennoch unvollständig sein, weil der Empfänger die semantische Bedeutung einzelner Spalten nicht zuverlässig zuordnen kann.

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen bei der Auswahl einreichungsfähiger Austauschformate, bei Dataset-JSON-Exports und bei der Verknüpfung der Dateien mit Define-XML und Reviewer-Dokumentation. Programmierung, Datenmanagement und Regulatory Affairs können Formatprüfungen, Versionsabgleich gegen den Data Standards Catalog und die Zusammenstellung des elektronischen Datenpakets gemeinsam steuern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Dataset-JSON eine Alternative zu SDTM?

Nein. SDTM beschreibt die Organisation klinischer Tabulationsdaten. Dataset-JSON ist das technische Format, in dem tabellarische Daten ausgetauscht werden können.

Muss jede Dataset-JSON-Datei auf Define-XML verweisen?

Die CDISC-Seite beschreibt den Verweis als optionale Möglichkeit. Ob und wie Metadaten bereitzustellen sind, hängt vom Austauschfall und gegebenenfalls von den Anforderungen der empfangenden Behörde ab.

Warum genügt „JSON“ nicht als Spezifikation für eine Übergabe?

JSON beschreibt nur eine allgemeine technische Notation. Dataset-JSON definiert zusätzlich die Struktur für tabellarische Daten; für ihre fachliche Interpretation können weitere Metadaten erforderlich sein.

Regulatorische Referenzen

  • CDISC Dataset-JSON – definiert den JSON-basierten Austausch tabellarischer Daten und die vorgesehenen Einsatzfelder.
  • CDISC Dataset-JSON v1.0 – dokumentiert eine veröffentlichte Version des Formats.
  • FDA Data Standards Catalog – unterscheidet unterstützte und gegebenenfalls verpflichtende Standardversionen.
  • FDA Study Data Technical Conformance Guide – erläutert technische Erwartungen an standardisierte Studiendateneinreichungen.

Seite medizinisch geprüft von: Dr. Richard Smith (2. Oktober 2026)

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