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Glossar

Define-XML ist ein maschinenlesbares Metadatendokument, das den Inhalt eingereichter Studiendatensätze erklärt. Es beschreibt unter anderem Datensätze, Variablen, kontrollierte Terminologie, Herkunft und Ableitungen, damit ein Reviewer die Struktur und Bedeutung von SDTM- oder ADaM-Daten nachvollziehen kann. Das Dokument transportiert nicht die Tabellenwerte selbst, sondern liefert den Schlüssel zu ihrer Interpretation.

Metadaten für Datensätze und Variablen

Ein tabellarischer Datensatz enthält ohne zusätzliche Erläuterung oft nur Variablennamen, Werte und technische Typen. Define-XML ergänzt dazu Datensatzbezeichnungen, Variablenlabels, Datentypen, zulässige Wertebereiche und kontrollierte Begriffssysteme. Bei abgeleiteten Analysevariablen kann es außerdem die Herleitung und die verwendeten Eingabedaten beschreiben. Dadurch wird sichtbar, wie ein Ergebnisdatensatz fachlich zu lesen ist.

Die Metadaten müssen mit dem tatsächlich ausgelieferten Datenbestand übereinstimmen. Eine Variable, die im Define-XML als Pflichtvariable beschrieben ist, aber im ADaM-Paket anders benannt oder nicht enthalten ist, erschwert die Prüfung unmittelbar. Besonders bei kontrollierter Terminologie und Value Lists sind präzise Referenzen wichtig, weil sie erläutern, warum ein konkreter Wert zulässig ist und welche Kodierung erwartet wurde.

Rolle im Einreichungspaket

Die FDA verlangt bei standardisierten Studiendaten ein Data Definition File und beschreibt Define-XML als Format für die vollständigen Metadaten eingereichter SDTM-, SEND- und ADaM-Datensätze. Der Study Data Technical Conformance Guide verknüpft die Datendefinition mit Reviewer Guides und der Rückverfolgbarkeit zwischen Tabulation, Analyse und Ergebnis. Ein Define-XML ersetzt diese erläuternden Dokumente nicht, sondern ergänzt sie auf maschinenlesbarer Ebene.

Die CDISC-Seite zu Define-XML v2.1 weist das Paketupdate v2.1.11 mit Datum 6. April 2026 aus. Die Aktualisierung betrifft die Schema-Datei für Enumerationen im Zusammenhang mit Controlled Terminology Package 61. Welche Version für eine Einreichung tatsächlich zu verwenden ist, richtet sich nach den jeweiligen behördlichen Vorgaben und dem anwendbaren Data Standards Catalog.

Abgrenzung zu SDTM, ADaM und ODM

SDTM organisiert klinische Tabulationsdaten, während ADaM analysereife Daten und die zugehörige Rückverfolgbarkeit unterstützt. Define-XML beschreibt diese Datenbestände und ihre Elemente, damit ein Prüfer ihre Struktur verstehen kann. Ohne eine solche Metadatenbeschreibung bleiben selbst technisch korrekt gelieferte SDTM- und ADaM-Dateien in wichtigen Teilen interpretationsbedürftig.

Operational Data Model dient als herstellerneutrales Austausch- und Archivierungsformat für Daten samt Metadaten und weiteren Informationen. Define-XML ist eine spezialisierte Metadatenbeschreibung im CDISC-Umfeld und kein Ersatz für die operative Übertragung eines eCRF-Designs zwischen Systemen. Die beiden Standards können technische Bausteine teilen, lösen aber unterschiedliche Aufgaben.

Für Datensätze aus einer kontrollierten Programmierpipeline ist Define-XML zugleich ein Übergabepunkt zwischen fachlicher Spezifikation und technischer Lieferung. Die Datendefinition sollte nicht erst aus den finalen XPT- oder JSON-Dateien erzeugt werden, sondern auf freigegebenen Metadaten beruhen. Sonst können Programmnamen, Analyseplan und Definition auseinanderlaufen, etwa wenn eine Subgruppenvariable umbenannt oder eine Codelist erweitert wurde. Wiederverwendbare Metadatenbibliotheken erleichtern die Konsistenz, entbinden aber nicht von der studienspezifischen Prüfung.

Bei ADaM ist die Erklärung der Herkunft besonders zentral, weil Werte aus mehreren SDTM-Variablen abgeleitet, imputiert oder zu Analysezeitpunkten zusammengesetzt sein können. Die Metadaten sollen einen Reviewer nicht zur Suche im Programmcode zwingen, um den Zweck einer Variable zu verstehen. Sie schaffen auch keine fachliche Rechtfertigung für eine Ableitung; diese muss aus Analyseplan und zugehörigen Spezifikationen hervorgehen.

Bei einer Änderung der Datensatzstruktur muss daher zugleich geprüft werden, ob die Definition, der zugehörige Reviewer Guide und die Konformitätsprüfung dieselbe Fassung des Datenmodells abbilden.

Das schützt die maschinenlesbare Lieferung vor unbemerkter semantischer Drift.

Bedeutung für klinische Studien

Die Arbeit an Define-XML beginnt nicht erst beim Datenbankschluss. Variablenherkunft, Codelists und Ableitungen sollten bereits in SDTM- und ADaM-Spezifikationen eindeutig sein, damit sich Metadaten später nicht aus Programmcodes erraten lassen. Änderungen an Terminologie oder an Analyseableitungen müssen in den Daten und im Define-XML gleichzeitig nachgeführt werden. Unstimmigkeiten fallen häufig erst bei Konformitätsprüfungen oder in der Review-Vorbereitung auf.

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen bei der Erstellung und Qualitätskontrolle von Define-XML, bei der Pflege von Metadaten zu kontrollierter Terminologie und bei der Abstimmung mit SDTM- und ADaM-Programmierung. Biostatistik, Datenmanagement und Medical Writing können so Variable-Level-Metadaten, Reviewer Guides und die Nachvollziehbarkeit zentraler Ableitungen für eine Einreichung konsistent vorbereiten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Enthält Define-XML die Patientendaten einer Studie?

Nein. Define-XML beschreibt Datensätze und Variablen. Die eigentlichen Beobachtungen und Analysewerte liegen in den zugehörigen Datenbeständen.

Warum braucht ADaM eine Metadatenbeschreibung?

ADaM kann abgeleitete oder imputierte Analysewerte enthalten. Die Metadaten zeigen, welche Variablen vorhanden sind, wie sie beschrieben werden und worauf ihre Herleitung beruht.

Ist jede neueste Define-XML-Version automatisch für die FDA-Einreichung geeignet?

Nein. Die aktuelle CDISC-Veröffentlichung und die von der FDA für den konkreten Einreichungszeitpunkt unterstützten Versionen müssen getrennt geprüft werden.

Regulatorische Referenzen

  • CDISC Define-XML v2.1 – dokumentiert die aktuellen Schema- und Versionsinformationen des Metadatenstandards.
  • FDA Study Data Technical Conformance Guide – beschreibt Erwartungen an Data Definition Files für standardisierte Studiendaten.
  • FDA Data Standards Catalog – benennt von der FDA unterstützte Datenstandards und Versionen.

Seite medizinisch geprüft von: Dr. Richard Smith (2. Oktober 2026)

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