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Glossar

PRISMA 2020 ist der Berichtsstandard für systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen. Das von der PRISMA-Gruppe entwickelte Statement unterstützt Autoren dabei, die Suche, Auswahl, Bewertung und Zusammenführung von Studien in einem Review nachvollziehbar darzustellen. Zur Fassung gehören eine Checkliste, eine erweiterte Checkliste sowie Flussdiagramme für neue und aktualisierte Reviews.

Geltungsbereich systematischer Reviews

PRISMA 2020 betrifft Arbeiten, die Evidenz anhand einer vorab festgelegten Frage systematisch identifizieren und bewerten. Das kann eine systematische Übersichtsarbeit mit oder ohne quantitative Metaanalyse sein. Der Standard adressiert den gesamten Bericht: Titel, Abstract, Einleitung, Methoden, Ergebnisse, Diskussion und zusätzliche Angaben zu Finanzierung oder Interessenkonflikten.

Die Fassung 2020 wurde 2021 unter anderem im BMJ veröffentlicht. Ihre 27 Punkte erfassen nicht nur die Darstellung des Ergebnisses, sondern auch die Informationsquellen, die Suchstrategie, die Auswahl von Studien und die Bewertung des Risikos für Verzerrungen. Die verfügbaren Flussdiagramme unterscheiden dabei zwischen einem neu erstellten und einem aktualisierten Review.

Bericht über Suche und Evidenzsynthese

Der PRISMA-Bericht muss erkennen lassen, wie die Autoren von einer Forschungsfrage zu der eingeschlossenen Evidenz gelangten. Dazu gehören Kriterien für den Einschluss, alle durchsuchten Informationsquellen, die vollständigen Suchstrategien und das Verfahren zur Auswahl von Treffern. Bei einem Ausschluss nach Volltextprüfung sind die Gründe in einer Weise auszuweisen, die den Selektionsweg nachvollziehbar macht.

Wenn Ergebnisse rechnerisch kombiniert werden, beschreibt PRISMA die Synthese und die dafür genutzten Methoden. Es verlangt außerdem die Darstellung einzelner Studienergebnisse, der Bewertung möglicher Verzerrungen und der Grenzen der Evidenzbasis. Die Checkliste entscheidet nicht, ob eine Metaanalyse inhaltlich vertretbar ist; sie macht jedoch sichtbar, mit welchen Schritten eine veröffentlichte Synthese zustande kam.

Abgrenzung: Berichterstattung, nicht Synthesemethode

PRISMA 2020 ist kein Methodenhandbuch für die Durchführung einer systematischen Recherche oder einer Metaanalyse. Es schreibt weder Datenbanken noch ein statistisches Modell, ein Heterogenitätsmaß oder eine bestimmte Effektmetrik vor. Solche methodischen Entscheidungen liegen in der Reviewplanung und müssen zur Fragestellung sowie zum Datenmaterial passen.

Der Begriff Meta-Analyse bezeichnet die quantitative Zusammenfassung von Studienergebnissen; ein Literature Review oder eine Evidence Synthesis kann andere Formen der Aufarbeitung meinen. PRISMA 2020 ist der übergeordnete Berichtsrahmen, der bei systematischen Reviews und Metaanalysen Angaben zu diesen Entscheidungen ordnet. Publication Bias ist wiederum ein mögliches Problem der vorhandenen Evidenz, nicht ein Ersatzname für die Guideline.

Die Checkliste unterscheidet außerdem zwischen dem zuvor geplanten Vorgehen und den tatsächlich angewandten Schritten. Änderungen an Einschlusskriterien, Informationsquellen oder Synthesemethoden sind nicht per se unzulässig, müssen aber als Änderungen erkennbar sein. Bei einer Aktualisierung eines Reviews kommt hinzu, welche Arbeiten bereits in der Vorfassung geprüft wurden und welche erst mit der neuen Suche hinzukamen. So lässt sich der Wissensstand eines Reviews zeitlich einordnen.

PRISMA 2020 richtet sich auch an Herausgeber und Gutachter, die einschätzen müssen, ob ein Review ausreichend beschrieben ist. Die Checkliste kann vor der Einreichung als Kontrollinstrument genutzt werden, ohne die unabhängige Bewertung der Recherchequalität zu ersetzen. Sie hilft insbesondere, die Trennung zwischen vorab geplanter Recherche, nachträglichen Entscheidungen und tatsächlich eingeschlossener Evidenz im Manuskript sichtbar zu machen.

Der Standard eignet sich nicht nur für Arzneimittelwirksamkeit. Systematische Reviews können diagnostische Verfahren, Sicherheitsfragen, Versorgungsmaßnahmen oder methodische Themen untersuchen. Die konkrete Forschungsfrage bestimmt, welche Studienarten und Ergebnisse eingeschlossen werden. PRISMA verlangt auch dann eine klare Darstellung der Auswahl- und Syntheseschritte, wenn die eingeschlossene Evidenz so heterogen ist, dass lediglich eine strukturierte narrative Zusammenfassung statt einer gepoolten Effektberechnung möglich ist.

Bedeutung für klinische Studien

Systematische Reviews beeinflussen die Begründung neuer Studien, die Wahl von Vergleichstherapien und die Interpretation eines einzelnen Studienergebnisses. Fehlen Suchstrings, Ausschlussgründe oder die getrennte Darstellung der eingeschlossenen Studien, lässt sich oft nicht beurteilen, ob eine Evidenzlücke tatsächlich besteht. Für klinische Entwicklungsprogramme sind PRISMA-Unterlagen daher besonders relevant, wenn Literaturdaten eine Studienrationale oder ein Nutzen-Risiko-Argument stützen.

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen PRISMA-2020-Projekte durch die Planung reproduzierbarer Literaturrecherchen, das Screening nach vorab definierten Kriterien und die strukturierte Datenextraktion. Biostatistik kann die für eine Metaanalyse vorgesehenen Kennzahlen und Sensitivitätsanalysen prüfen, während Medical Writing das Flussdiagramm, die Ergebnisdarstellung und die Checkliste in den Reviewbericht integriert. Für ein HTA-Dossier lassen sich Suchprotokoll und Evidenztabellen so in eine prüfbare Dokumentationslinie überführen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Verlangt PRISMA 2020 immer eine Metaanalyse?

Nein. Der Standard gilt für systematische Reviews; eine quantitative Zusammenfassung ist nur eine mögliche Form der Evidenzsynthese.

Wozu dient das PRISMA-Flussdiagramm?

Es zeigt, wie viele Nachweise identifiziert, gesichtet, als Volltext beurteilt, ausgeschlossen und schließlich in den Review eingeschlossen wurden.

Ist eine narrative Literaturübersicht automatisch PRISMA-konform?

Nein. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern ob die Arbeit als systematischer Review angelegt und nach den relevanten PRISMA-Angaben berichtet wird.

Regulatorische Referenzen

  • PRISMA 2020 Statement — Definiert den Berichtsrahmen für systematische Übersichtsarbeiten.
  • PRISMA 2020 Explanation and Elaboration — Konkretisiert die Checklistenpunkte anhand von Erläuterungen.
  • PRISMA 2020 Flow Diagrams — Stellt Vorlagen für neue und aktualisierte Reviews bereit.
  • ICMJE Recommendations — Nennt PRISMA als Reporting-Guideline für systematische Reviews und Metaanalysen.

Seite medizinisch geprüft von: Dr. Richard Smith (13. Oktober 2026)

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