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Glossar

Electronic Patient-Reported Outcome

Ein Electronic Patient-Reported Outcome, kurz ePRO, ist die elektronische Erfassung einer gesundheitsbezogenen Angabe direkt durch die Studienteilnehmerin oder den Studienteilnehmer, ohne Interpretation der Antwort durch medizinisches Personal. ePRO beschreibt damit den digitalen Erhebungsmodus eines Patient-Reported Outcome. Die Eingabe kann beispielsweise über ein bereitgestelltes Mobilgerät, ein Tablet, eine Webanwendung oder ein eigenes Gerät erfolgen.

Von der Patientenangabe zur elektronischen Quelle

Ein Patient-Reported Outcome, kurz PRO, ist das inhaltliche Konzept: eine direkte Selbstauskunft zum Gesundheitszustand, etwa zu Symptomen, Funktionsfähigkeit oder Lebensqualität. ePRO verändert dieses Konzept nicht, sondern legt fest, wie die Antwort erfasst und an die Studienumgebung übermittelt wird. Die Auswahl des Instruments muss zum Prüfziel, zur Zielpopulation und zum vorgesehenen Kontext passen. Eine digitale Oberfläche allein macht einen Fragebogen daher nicht automatisch zu einem geeigneten Endpunktinstrument.

Die EMA behandelt ePRO als elektronische klinische Outcome Assessment und ordnet die Daten denselben GCP-Erwartungen zu wie andere klinische Daten. Der erste dauerhafte, übertragene Quelldatensatz und die dazugehörigen Metadaten müssen nachvollziehbar bestimmt sein. Dazu gehören insbesondere Benutzerzuordnung, Zeitpunkt, Instrumentenversion, Antwortstatus sowie gegebenenfalls technische Ereignisse. Die elektronische Erfassung kann Übertragungsfehler reduzieren und zeitnahe Datenverfügbarkeit ermöglichen, befreit aber nicht von der Pflicht, Vollständigkeit und Qualität zu sichern.

Validierung, Zeitstempel und BYOD

Das ePRO-System muss für seinen vorgesehenen Einsatz geeignet sein. Der Sponsor hat risikobasiert nachzuweisen, dass die Anforderungen an Erfassung, Speicherung, Übermittlung, Benutzerverwaltung, Datenschutz und Wiederherstellung erfüllt werden. Die Validierung bezieht sich nicht nur auf die Anwendung, sondern auch auf Konfiguration, Schnittstellen, Versionen, Änderungen und die festgelegte Nutzung im Studienkontext. Schulung und Unterstützung der Teilnehmenden sind Teil des Konzepts, weil eine missverstandene Bedienung die Datenqualität beeinträchtigen kann.

Zeitstempel dokumentieren, wann eine Antwort eingegeben oder übermittelt wurde. Sie ermöglichen die Prüfung von Erhebungsfenstern und helfen, nachträgliche Sammelerfassungen von zeitnahen Einträgen zu unterscheiden. Bei Bring Your Own Device, kurz BYOD, verwenden Teilnehmende ihr eigenes kompatibles Gerät. Dafür sind neben der technischen Kompatibilität die gleichwertige Darstellung, sichere Authentifizierung, Zugangshilfen, Support, Ersatzverfahren bei Geräte- oder Verbindungsproblemen und potenzielle Selektionsverzerrungen zu bewerten. BYOD ist somit ein Bereitstellungsmodell, kein eigener Endpunkttyp.

Abgrenzung zu PRO und eDiary

Ein PRO ist die direkte Aussage der Patientin oder des Patienten; es kann auf Papier oder elektronisch erhoben werden. ePRO bezeichnet ausschließlich die elektronische Erfassung eines solchen Outcomes. Nicht jede elektronische Patientenangabe muss ein formales PRO-Instrument mit einem zulassungsrelevanten Endpunkt sein, und nicht jedes PRO muss als ePRO umgesetzt werden. Für die Eignung sind Konzept, Messmodell, Zielpopulation, Erhebungsmodus und Evidenz für den vorgesehenen Zweck entscheidend.

Ein eDiary ist eine konkrete Form elektronischer Datenerfassung, die typischerweise wiederkehrende Tagebucheinträge wie Symptome, Einnahmen oder Ereignisse in vorgegebenen Zeitfenstern abfragt. Es kann ePRO-Daten enthalten, ist aber enger als ePRO: ePRO umfasst auch elektronische Fragebögen bei Visiten oder andere patientenseitige Outcome-Erhebungen. Die Begriffe dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden. Ein eDiary kann zudem Angaben erfassen, die keine validierte PRO-Messung darstellen.

Bedeutung für klinische Studien

ePRO kann patientennahe Daten zeitgerecht und strukturiert verfügbar machen. Im Studienalltag sind verständliche Bildschirmtexte, angemessene Erinnerungen, belastbare Zeitstempel, eine klare Definition der Quelle sowie geregelte Eskalationswege für kritische Angaben zentral. Behörden erwarten, dass die Qualität der Daten, die Eignung des Systems und die Verlässlichkeit des Erhebungsprozesses nachweisbar sind. Datenänderungen sollen begrenzt und nachvollziehbar sein; die Teilnehmenden dürfen nicht durch unnötig komplizierte Technik belastet werden.

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen bei der Auswahl und Einrichtung von ePRO-Workflows, der Bewertung von System- und Validierungsunterlagen, der Konzeption von Schulungen und Support sowie der Abstimmung mit Datenmanagement, Monitoring und Biostatistik. Konkrete Leistungen umfassen die Spezifikation von Datentransfers, die Prüfung von Zeitstempeln und Erhebungsfenstern, die Dokumentation von BYOD- oder Ersatzgeräteprozessen und die Planung der Datenprüfung bis zum Datenbankschluss.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist ePRO dasselbe wie ein Patient-Reported Outcome?

Nein. PRO beschreibt die direkte Patientenaussage als Outcome-Konzept. ePRO beschreibt die elektronische Erfassung dieses Outcomes. Ein PRO kann auch papierbasiert erhoben werden.

Warum sind Zeitstempel bei ePRO wichtig?

Sie belegen den zeitlichen Kontext einer Eingabe und unterstützen die Prüfung, ob vorgegebene Erhebungsfenster eingehalten wurden. Zusammen mit anderen Metadaten helfen sie, den Datenverlauf nachvollziehbar zu machen.

Ist BYOD ohne Weiteres zulässig?

BYOD kann eingesetzt werden, wenn die Eignung für den vorgesehenen Studienzweck nachgewiesen und Risiken wie Geräteunterschiede, Zugang, Support und mögliche Selektionsverzerrung angemessen kontrolliert werden.

Regulatorische Referenzen

  • EMA/INS/GCP/112288/2023, Guideline on computerised systems and electronic data in clinical trials — behandelt eCOA, ePRO, BYOD und Anforderungen an elektronische Studiendaten.
  • ICH E6(R3), Good Clinical Practice — fordert geeignete Systeme und Prozesse für verlässliche, nachvollziehbare Studiendaten.
  • FDA, Patient-Reported Outcome Measures: Use in Medical Product Development — erläutert die Bewertung von PRO-Instrumenten für regulatorische Zwecke.
  • Verordnung (EU) Nr. 536/2014 über klinische Prüfungen — verlangt zuverlässige und belastbare Daten bei Schutz der Studienteilnehmenden.
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