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Glossar

CORE Reference ist ein Anwenderhandbuch für das Schreiben klinischer Studienberichte auf Grundlage der ICH-E3-Leitlinie. Das Projekt wurde von der European Medical Writers Association und der American Medical Writers Association entwickelt, um die Strukturvorgaben von ICH E3 in einem Zeitalter zunehmender Offenlegung besser anwendbar zu machen. Ein Mapping-Werkzeug ordnet konkrete Berichtsinhalte den Abschnitten von ICH E3 zu.

Bezug zum Clinical Study Report

Ein Clinical Study Report fasst eine einzelne klinische Studie umfassend zusammen und verbindet klinische Beschreibung, statistische Darstellung und deren Auswertung. ICH E3 beschreibt Struktur und Inhalt solcher Berichte für therapeutische, prophylaktische oder diagnostische Prüfungen, vor allem zu Wirksamkeit und Sicherheit. CORE Reference setzt bei der praktischen Auslegung dieser Struktur an, wenn ein Bericht zugleich für regulatorische Zwecke und für spätere Veröffentlichung vorbereitet wird.

Der Leitfaden entstand zwischen 2014 und 2016. Seine Grundlage bleibt ICH E3 von 1995 einschließlich der späteren Fragen und Antworten. CORE Reference behandelt deshalb nicht die Datenerhebung einer Studie, sondern die sachgerechte Text- und Tabellenarchitektur, mit der geprüfte klinische Daten im Studienbericht wiedergegeben werden.

Handbuch mit Zuordnungswerkzeug

Das E3-basierte Mapping-Werkzeug verknüpft Themen und Aussagen mit den einschlägigen Abschnitten eines Studienberichts. Es kann Medical Writern dabei helfen, eine Information dort zu platzieren, wo sie im Bericht fachlich hingehört, statt sie mehrfach oder nur in Anhängen zu behandeln. Dies betrifft etwa Studienziele, Prüfplanabweichungen, Wirksamkeitsanalysen, Sicherheitsauswertungen und die Beziehung zwischen Text, Tabellen und Listings.

CORE Reference nimmt dabei die Offenlegung klinischer Dokumente als praktischen Kontext ernst. Ein Bericht muss vor einer Veröffentlichung geprüft werden, weil personenbezogene Daten oder geschäftlich vertrauliche Informationen anders behandelt werden können als der wissenschaftliche Inhalt. Das Handbuch verbindet diese spätere Nutzbarkeit nicht mit einer Kürzung des Clinical Study Report, sondern mit einer klaren und konsistenten Darstellung der ICH-E3-Informationen.

Abgrenzung: Anleitung, keine Vorlage

CORE Reference ist ausdrücklich keine Vorlage, die für jede Studie nur mit Daten gefüllt wird. Es liefert keine vorformulierten Passagen und keine verbindliche Musterdatei, mit der sich die fachliche Beurteilung eines Studienberichts automatisieren ließe. Seine Funktion ist die eines Handbuchs: Es erklärt Entscheidungen zur Platzierung und Klarheit von Inhalten im Verhältnis zur ICH-E3-Struktur.

Der bestehende Eintrag Clinical Study Report bezeichnet das regulatorische Berichtsdokument; CORE Reference ist das Hilfsmittel für dessen Erstellung. Auch von CONSORT grenzt es sich ab: CONSORT richtet sich an ein wissenschaftliches Manuskript über eine randomisierte Studie, während CORE Reference auf einen vollständigen Clinical Study Report nach ICH E3 ausgerichtet ist. Medical Writing ist die Tätigkeit, nicht das spezifische E3-basierte Referenzwerk.

Die ICH-E3-Struktur fordert zudem eine Integration klinischer und statistischer Perspektiven. Ein Bericht kann beispielsweise nicht verständlich über Wirksamkeit sprechen, wenn unklar bleibt, welche Population ausgewertet wurde oder wie Protokollverletzungen berücksichtigt wurden. CORE Reference hilft bei der Verbindung solcher Abschnitte, weil sein Mapping von einer einzelnen Angabe zu den Stellen führt, an denen sie im Bericht fachlich eingeordnet werden muss. Dies ist besonders nützlich, wenn verschiedene Fachautoren an getrennten Kapiteln arbeiten.

Der Nutzen des Werkzeugs liegt auch in der Terminologie. In einem vollständigen Bericht müssen Begriffe für Analysegruppen, Endpunkte und Auswertungszeitpunkte über Text, Tabellen, Abbildungen und Anhänge hinweg dasselbe bedeuten. CORE Reference erstellt diese Konsistenz nicht automatisch, macht aber die E3-Abschnitte sichtbar, in denen Widersprüche besonders folgenreich wären. Es kann damit eine gezielte redaktionelle und statistische Qualitätskontrolle vorbereiten.

Bedeutung für klinische Studien

Die Arbeit am Clinical Study Report beginnt erst dann zuverlässig, wenn Prüfplan, Datenspezifikationen, statistischer Analyseplan, Tabellen- und Listing-Plan sowie Sicherheitsinformationen aufeinander bezogen sind. Bei einem E3-Bericht entstehen häufig Rückfragen, wenn Textaussagen nicht zu den Analysepopulationen passen oder ein wichtiger Kontext nur in einer Anlage steht. Das CORE-Mapping kann bei der Outline-Phase helfen, solche Informationslücken gezielt zu lokalisieren.

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen mit CORE Reference durch die Erstellung einer E3-basierten CSR-Gliederung, das Mapping von Quellenunterlagen auf Berichtskapitel und die Abstimmung zwischen Medical Writing, Biostatistik und Pharmakovigilanz. Während der Qualitätskontrolle können Tabellen, Narratives und Abschnittsverweise gegen den Berichtstext geprüft werden. Für die spätere Veröffentlichung klinischer Daten lässt sich zugleich früh erkennen, welche Passagen eine datenschutz- oder vertraulichkeitsbezogene Prüfung benötigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist CORE Reference eine verpflichtende ICH-Leitlinie?

Nein. Die zugrunde liegende ICH-E3-Leitlinie ist der regulatorische Referenzrahmen. CORE Reference ist ein von Fachverbänden entwickeltes Hilfsmittel für deren praktische Anwendung.

Kann CORE Reference einen Clinical Study Report ersetzen?

Nein. Es ist kein Berichtsdokument, sondern eine Anleitung mit einem Zuordnungswerkzeug für die Erstellung eines solchen Berichts.

Weshalb ist CORE Reference für veröffentlichte CSR relevant?

Die E3-basierte klare Struktur erleichtert die Prüfung eines Berichts, bevor Informationen für eine öffentliche Offenlegung aufbereitet werden.

Regulatorische Referenzen

  • ICH E3 „Structure and Content of Clinical Study Reports“ — Grundstruktur für vollständige klinische Studienberichte.
  • ICH E3 Questions and Answers — Präzisieren Auslegungsfragen zur ICH-E3-Leitlinie.
  • CORE Reference Mapping Tool — Ordnet Berichtsinhalte den ICH-E3-Abschnitten zu.
  • EMA Policy 0070 — Regelt die Veröffentlichung bestimmter klinischer Daten aus zentralen Zulassungsverfahren.

Seite medizinisch geprüft von: Dr. Richard Smith (9. Oktober 2026)

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