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Glossar

iRECIST ist ein standardisiertes Bewertungssystem für Tumoransprechen unter Immuntherapie in Studien mit soliden Tumoren. Es baut auf RECIST 1.1 auf, ergänzt aber die Kategorien immunbestätigte und immununbestätigte Progression. Damit wird berücksichtigt, dass ein anfänglicher Anstieg der Tumorlast oder neue Läsionen unter Immuntherapie später in ein Ansprechen übergehen können.

Ausgangspunkt RECIST 1.1

RECIST 1.1 ordnet Befunde anhand von Zielläsionen, Nichtzielläsionen und neuen Läsionen ein. Eine neue Läsion begründet dort Progression, wenn sie eindeutig pathologisch ist. Das System ordnet dadurch jede Untersuchung einer objektiven Antwort, stabilen Erkrankung oder Progression zu und liefert die Grundlage für die vergleichbare Erfassung der Tumorlast in vielen onkologischen Studien.

Bei Immuntherapien können sich jedoch Muster zeigen, die mit dieser unmittelbaren Festlegung schwer abzubilden sind. Das erste Bild einer scheinbaren Verschlechterung kann mit Immunzellinfiltration oder einem verzögerten antitumoralen Effekt zusammenhängen. iRECIST wurde als Konsensusrahmen entwickelt, um solche Beobachtungen zu erfassen, ohne die bewährte RECIST-Struktur vollständig aufzugeben.

Kategorien und Bestätigung der Progression

iRECIST verwendet für die objektiven Antworten die Kategorien iCR und iPR sowie iSD. Tritt ein Befund auf, der nach RECIST 1.1 als Progression gelten würde, wird zunächst iUPD, also immununbestätigte Progression, dokumentiert. Dazu können eine Zunahme der Tumorlast oder neue Läsionen gehören. Eine iUPD beendet die Bewertung nicht zwingend endgültig.

Die folgende Bildgebung klärt, ob die Progression bestätigt wird. Nimmt die Tumorlast weiter zu oder zeigen neue Läsionen weiteres Wachstum, wird iCPD, immunbestätigte Progression, festgehalten. Bleibt die Befundlage stabil oder zeigt sie Rückgang, kann die Zuordnung unter den iRECIST-Regeln angepasst werden. Für diese Logik sind die vorab geplanten Bewertungstermine besonders wichtig.

Abgrenzung zu RECIST 1.1

Der Kernunterschied liegt in der Behandlung der ersten Progression. In RECIST 1.1 führt eine eindeutig neue Läsion zur Progression. iRECIST erfasst denselben Befund zunächst als iUPD und verlangt eine Bestätigung, sofern eine weitere Bewertung nach dem Protokoll möglich und klinisch vertretbar ist. Neue Läsionen werden also nicht ignoriert, sondern anders in die zeitliche Entscheidungslogik eingeordnet.

iRECIST ist weder ein allgemeiner Ersatz für RECIST 1.1 noch ein Beleg dafür, eine wirksame Therapie über klinisch gerechtfertigte Grenzen hinaus fortzuführen. Die Leitlinie dient der Datenerhebung in Studien; Entscheidungen zur Fortsetzung einer Behandlung berücksichtigen zusätzlich den klinischen Zustand der Person und die Vorgaben des Prüfplans. Die Kategorien machen eine Immuntherapie nicht per se wirksam.

Für die Vergleichbarkeit ist wichtig, dass iRECIST die ursprünglichen Messungen nicht durch einen freien immuntherapiespezifischen Eindruck ersetzt. Zielläsionen werden weiterhin systematisch vermessen, Nichtzielläsionen bewertet und neue Läsionen dokumentiert. Die i-Präfixe zeigen an, wie der Verlauf für die Immuntherapieauswertung eingeordnet wird. In Datensätzen sollte deshalb sowohl die Beobachtung – etwa neue Läsion oder Größenänderung – als auch die daraus folgende Kategorie nachvollziehbar gespeichert werden. Nur die Kategorie ohne die zugrunde liegenden Untersuchungsergebnisse erlaubt keine belastbare zentrale Überprüfung. iRECIST stellt zudem klar, dass seine Leitlinien vorrangig für die Datenerhebung in klinischen Studien entwickelt wurden und nicht ohne weiteres zur Steuerung der Routineversorgung dienen.

Die Dokumentation einer iUPD kann außerdem die Analyse von Best Response und progressionsbezogenen Endpunkten beeinflussen. Deshalb darf eine Bewertung nicht rückwirkend ohne nachvollziehbaren Befund geändert werden. Zentraler Review und Prüfzentrumsbewertung benötigen dieselbe Definitionsgrundlage und denselben Bilddatensatz. Wird zusätzlich RECIST 1.1 berichtet, muss transparent bleiben, ob die Ergebnisse parallel erhoben oder lediglich nachträglich abgeleitet wurden. Dies verhindert, dass Kategorien mit unterschiedlicher Progressionslogik in einer Kennzahl vermengt werden.

Bedeutung für klinische Studien

Ein iRECIST-Protokoll muss klar festlegen, für welche Population und welche bildgebenden Untersuchungen die Kriterien gelten. Bildgebungsfenster, Umgang mit neuen Läsionen, Erfassung einer iUPD und Anforderungen an die Bestätigungsuntersuchung müssen in eCRF, Imaging Charter und statistischem Analyseplan übereinstimmen. Auch die Frage, ob nach iUPD noch Tumorbeurteilungen erhoben werden, benötigt eine eindeutige Regel.

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen bei der Operationalisierung von iRECIST in Prüfplan und Bildgebungsunterlagen. Sie koordinieren Zentren, zentrale Bildauswertung, Datenmanagement und Biostatistik, damit iUPD, iCPD, Untersuchungstermine und Abweichungen als unterscheidbare Datenpunkte vorliegen und in klinischen Berichten nicht mit RECIST-1.1-Ergebnissen vermischt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Bedeutet iUPD, dass die Studie keinen Progressionsbefund hat?

Nein. iUPD hält eine Progression nach der ersten auffälligen Untersuchung fest. Der Begriff besagt, dass die Progression innerhalb des iRECIST-Rahmens noch nicht bestätigt wurde.

Wann entsteht iCPD?

iCPD wird bei einer nachfolgenden Bewertung dokumentiert, wenn die Kriterien für die Bestätigung einer zuvor festgestellten iUPD erfüllt sind. Die Beurteilung folgt dem vorab bestimmten Untersuchungsschema.

Kann eine neue Läsion unter iRECIST übergangen werden?

Nein. Sie wird erfasst und kann die iUPD auslösen. Anders als bei RECIST 1.1 ist für die endgültige iRECIST-Progression jedoch die bestätigende Bewertung entscheidend.

Regulatorische Referenzen

  • iRECIST guidelines for response criteria in trials testing immunotherapeutics – beschreibt iUPD, iCPD und die Anwendung in Immuntherapiestudien.
  • RECIST guideline, Version 1.1 – liefert den Ausgangsrahmen für Läsions- und Progressionsbewertung.
  • EMA Guideline on the clinical evaluation of anticancer medicinal products – ordnet standardisierte Tumorbewertung in der Arzneimittelentwicklung ein.

Seite medizinisch geprüft von: Dr. Richard Smith (15. Oktober 2026)

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