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Glossar

Quality Assurance, kurz QA oder Qualitätssicherung, umfasst geplante und systematische Tätigkeiten, die Vertrauen schaffen sollen, dass Prozesse und Ergebnisse festgelegte Qualitätsanforderungen erfüllen. In regulierten Umgebungen ist QA systembezogen und präventiv: Sie beurteilt, ob das Qualitätsmanagementsystem, seine Verfahren und seine Überwachung geeignet funktionieren.

Aufgabe und unabhängige Perspektive

QA schafft die Voraussetzungen, damit Qualität nicht erst am Ende eines Vorgangs festgestellt werden muss. Dazu gehören die Gestaltung und Pflege von SOPs, risikobasierte Auditprogramme, die Bewertung von Lieferanten und Dienstleistern, die Nachverfolgung von CAPA sowie die Beurteilung von Qualitätskennzahlen und Managementbewertungen. QA prüft, ob Verantwortlichkeiten, Schulungen, Dokumente und Kontrollen zusammen ein belastbares System bilden.

Die Funktion benötigt ausreichende Unabhängigkeit von den Tätigkeiten, die sie bewertet. Unabhängigkeit bedeutet nicht organisatorische Isolation, sondern eine wirksame, unvoreingenommene Bewertung und die Möglichkeit zur Eskalation. ICH Q10 verlangt, Managementverantwortlichkeiten, Befugnisse und Beziehungen qualitätsrelevanter Einheiten festzulegen und zu kommunizieren. Die oberste Leitung stellt Ressourcen bereit und bewertet die Wirksamkeit des Qualitätssystems.

Methoden der Qualitätssicherung

Audits sind ein zentrales QA-Instrument. Sie bewerten anhand definierter Kriterien, ob ein Prüfzentrum, ein Dienstleister, ein System oder ein interner Prozess die Anforderungen erfüllt. Ein Audit-Finding ist zunächst eine dokumentierte Feststellung. QA unterstützt, dass Risiken bewertet, Ursachen untersucht und geeignete CAPA festgelegt werden; sie darf das Prüfergebnis nicht durch eine vorschnelle administrative Schließung ersetzen.

Weitere QA-Aktivitäten sind die Genehmigung und periodische Überprüfung qualitätsrelevanter Verfahren, die Risikobewertung ausgelagerter Tätigkeiten und die Steuerung von Änderungsprozessen. Qualitätssicherung verfolgt damit einen Lebenszyklusansatz. Sie betrachtet wiederkehrende Muster und Systemschwächen, nicht nur den einzelnen fehlerhaften Datensatz. ICH E6(R3) verlangt, QA über die gesamte klinische Prüfung anzuwenden und risikobasierte Strategien zur Vermeidung, Erkennung und Bearbeitung schwerwiegender Verstöße einzusetzen.

Abgrenzung zu Quality Control

Quality Control, kurz QC oder Qualitätskontrolle, untersucht Arbeitsergebnisse, Produkte oder Daten unmittelbar auf die Erfüllung vorgegebener Kriterien. Eine Dokumentenprüfung vor Freigabe, ein Edit Check oder die Prüfung eines Prüfergebnisses sind typische QC-Aktivitäten. QC entdeckt und korrigiert Mängel dort, wo sie im Ergebnis sichtbar werden, und ist in die operative Leistungserbringung eingebettet.

QA bewertet dagegen die Eignung des Rahmens, in dem solche Ergebnisse entstehen und kontrolliert werden. Sie fragt etwa, ob der QC-Prozess angemessen definiert, qualifiziert, dokumentiert und wirksam überwacht ist. QA kann Auditnachweise für einen QC-Prozess prüfen, aber sie ist nicht die routinemäßige Zweitprüfung jedes einzelnen Ergebnisses. Beide Funktionen sind Bestandteile eines Qualitätsmanagementsystems und ergänzen einander, bleiben jedoch in Zweck und Blickrichtung verschieden.

QA setzt Prioritäten nicht allein nach Menge, sondern nach Risiko. ICH Q9 fordert, Qualitätsrisiken wissenschaftlich zu bewerten und Aufwand, Formalität sowie Dokumentation dem Risikoniveau anzupassen. Für klinische Prüfungen verlangt ICH E6(R3), qualitätskritische Faktoren prospektiv zu identifizieren und Risiken für Teilnehmerschutz sowie Ergebniszuverlässigkeit zu steuern. Auditpläne und Aufsicht können deshalb risikobasiert ausgerichtet sein.

Eine Qualitätstoleranzgrenze ist dabei kein Ersatz für QA. Sie kann auf Prüfungsebene anzeigen, wann eine systemische Bewertung nötig wird. QA beurteilt, ob das gesamte Qualitätsmanagement und die darauf reagierenden Prozesse funktionieren. Monitoring oder risikobasiertes Monitoring überprüft demgegenüber konkrete Prüfzentren, Daten und Prozesse im Studienbetrieb.

QA bewertet auch die Rückkopplung aus dem operativen Betrieb. Werden ähnliche Fehler in verschiedenen Studien, Zentren oder Systemen sichtbar, prüft die Qualitätssicherung, ob die Ursache über den Einzelfall hinausreicht und ob Prozesse angepasst werden müssen. Sie kann Qualitätsrisiken und Auditprioritäten aus Kennzahlen, Beschwerdedaten, Abweichungen oder Leistungsdaten von Dienstleistern ableiten. Diese Perspektive verhindert, dass Probleme ausschließlich lokal korrigiert werden. Zugleich muss QA ihre Bewertungen auf nachvollziehbare Kriterien stützen und die Verantwortung für die operative Korrektur bei den zuständigen Funktionen belassen. Nur so bleiben die unabhängige Aufsicht und die Wirksamkeit der Verbesserungen überprüfbar.

QA dokumentiert Auditkriterien, Feststellungen, Risikobewertungen sowie die Nachverfolgung von CAPA, damit die unabhängige Beurteilung des Qualitätssystems überprüfbar bleibt. Die Unterlagen müssen erkennen lassen, ob systemische Risiken adressiert, Maßnahmen wirksam verifiziert und offene Qualitätsfragen an die Leitung eskaliert wurden.

Bedeutung für klinische Studien

In klinischen Studien macht QA die Qualitätssysteme des Sponsors und seiner Dienstleister auditierbar. Sie verbindet Protokoll- und GCP-Anforderungen mit Schulungen, Dokumentenlenkung, Lieferantensteuerung und Eskalationswegen. Inspektionen richten den Blick häufig auf die Nachvollziehbarkeit dieses Systems: Sind Risiken erkannt, Entscheidungen begründet und Maßnahmen bis zur Wirksamkeitsprüfung verfolgt worden?

Full-Service-CROs wie Mediconomics unterstützen durch Auditplanung und -durchführung, Pflege qualitätsrelevanter SOPs, Lieferantenbewertungen, CAPA-Nachverfolgung und Inspektionsvorbereitung. Sie können die QA-Perspektive mit Monitoring, Datenmanagement, Pharmakovigilanz und Projektmanagement koordinieren, ohne die Verantwortung des Sponsors für die geeignete Qualitätssicherung zu übernehmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Prüft QA alle Studiendaten einzeln?

Nein. Die routinemäßige Prüfung konkreter Ergebnisse gehört typischerweise zur QC. QA beurteilt vor allem das System der Prozesse und Kontrollen.

Ist ein Audit-Finding automatisch eine CAPA?

Nein. Das Finding wird risikobasiert bewertet. Eine CAPA kann erforderlich sein, wenn eine Ursachenanalyse und systemische Maßnahmen nötig sind.

Kann QA risikobasiert arbeiten?

Ja. Der Umfang von Aufsicht, Auditierung und Dokumentation soll dem Risiko und der Bedeutung für Qualität, Sicherheit und Datenzuverlässigkeit entsprechen.

Regulatorische Referenzen

  • ICH Q10 Pharmaceutical Quality System – beschreibt Managementverantwortung und Qualitätssystemelemente.
  • ICH Q9 Quality Risk Management – begründet die risikogerechte Priorisierung von Qualitätsaktivitäten.
  • ICH E6(R3) Good Clinical Practice – fordert QA- und QC-Prozesse über den gesamten Studienverlauf.

Seite medizinisch geprüft von: Dr. Richard Smith, Arzt und Chemiker (24. August 2026)

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