Ein Amendment (Protokolländerung) ist eine formale Änderung eines genehmigten klinischen Prüfplans oder Prüferhandbuchs, die während der Laufzeit einer klinischen Studie vorgenommen wird. Amendments sind unumgänglich, wenn sich wissenschaftliche Erkenntnisse ändern, Sicherheitssignale auftreten oder operative Anforderungen dies erfordern.
Gemäß EU-Verordnung 536/2014 (CTR) wird zwischen zwei Typen unterschieden: Ein Substantial Amendment (wesentliche Änderung, definiert in Art. 2 Abs. 2 Nr. 13 CTR) erfordert eine formale Genehmigung durch die zuständige nationale Behörde und die Ethikkommission, bevor die Änderung implementiert werden darf. Typische Beispiele sind Änderungen an Einschlusskriterien, primären Endpunkten oder Dosierungen. Ein Non-Substantial Amendment (nicht-wesentliche, in der Regel administrative Änderung) bedarf keiner vollständigen Genehmigung, ist jedoch zu dokumentieren und der Behörde mitzuteilen. Bei unmittelbaren Sicherheitsrisiken für Teilnehmer sind Urgent Safety Measures gemäß Art. 54 CTR sofort umzusetzen und unverzüglich zu melden. Für CROs bedeutet jedes Amendment erhöhten regulatorischen und operativen Aufwand (Schulungen, Aktualisierung von Studienunterlagen, ggf. neue Einwilligungen).